In der folgenden Argumentation nehme ich Stellung zu der Frage, ob das Arbeits-
und Lernklima durch die Schulkleidung positiv beeinflusst wird. Zur Zeit sieht es in
Deutschland so aus, dass es noch keine Schulkleidungen gibt, aber über die Einführung an
vielen Schulen nachgedacht wird.
Zunächst
befasse ich mich damit, ob überhaupt die Schulkleidung in Deutschland eingeführt werden
sollte.
Komme ich
also zuerst zu den Kontra-Argumenten:
Durch die
einheitliche Schulkleidung könnte unsere Schule verspottet werden und da wir eine
christliche Schule sind, könnten wir sogar als Sekte oder Ähnliches bezeichnet werden.
Durch die Schulkleidung gibt es ein größeres Problem, nämlich den Gruppenzwang.
Schüler müssen auch gegen ihren Willen die Schulkleidung anziehen.
In Filmen oder aus Erfahrung weiß man, dass die Schulkleidung aus karierten Röcken,
hohen Socken und Krawatten besteht. Es gibt aber auch Schulkleidung, die moderner ist,
aber es gibt keine Kleidung, die jeden Geschmack der Schüler trifft.
Die Schulkleidung bringt aber auch mehr Arbeit mit sich, denn da man nicht für jeden Tag
eine neue Schuluniform hat, muss sie regelmäßig gewaschen, getrocknet und gebügelt
werden.
Durch die Schuluniform sollte eigentlich der Markenzwang eingestellt werden. Das geschieht
zwar während der Schulzeit, aber nach der Schule wird bei Freunden der Markenzwang wieder
verstärkt.
Mit der Schulkleidung ist es nicht möglich - auf jeden Fall nicht in der Schulzeit - seine eigene Persönlichkeit zu entfalten. Denn an
der normalen Kleidung sieht man oft, was für ein Typ der betreffende Mensch ist, z.B. ob
er sportlich ist. An einer Schulkleidung kann man das nicht unbedingt erkennen. Außerdem
kann man nicht sein eigenen Modestil entdecken und entfalten und muss immer in einer
langweiligen, eintönigen Kleidung herumlaufen.
Wenn ein Schüler oder eine Schülerin nach der Schule etwas Verbotenes tut und das
vielleicht sogar häufiger geschieht, sieht jeder sofort, zu welcher Schule dieser
Schüler gehört und das könnte unter Umständen dem Ruf der Schule schaden. Will man
das?
Normalerweise zieht man sich nach Schulschluss sofort wieder seine Alltagskleidung an,
aber die Schüler, die mit dem Bus nach Hause fahren, können sich dann erst zu Hause
umziehen und müssen während der gesamten Busfahrt in der Schulkleidung herumlaufen und
werden bestimmt von anderen Jugendlichen ausgelacht und gehänselt. Man kann ja
schließlich nicht immer Wechselkleidung mitnehmen.
Nach diesen
Argumenten komme ich jetzt zu den Argumenten, die für die Schuluniform sprechen.
Mit der
Schuluniform kann der Markenzwang zumindestens in der Schule, wo er normalerweise am
stärksten ist, eingestellt werden.
Durch die Schulkleidung gibt es keine Unterschiede mehr zwischen arm und
reich. Das wäre für die aus nicht finanzstarken Elterhäusern kommenden Schüler
nützlich und die aus wohlhabenden Elternhäusern kommenden Schüler könnten nicht mehr
mit ihren Markenklamotten angeben.
Durch die Schulkleidung wächst eine Klasse oder auch die Schule stärker zusammen und
sieht sich mehr als eine Gemeinschaft an. Es könnte ein stärkeres Wir- und
Gemein-schaftsgefühl entstehen.
Außerdem kann jeder sofort erkennen, zu welcher Schule man gehört. Das könnte sicher
unter anderem auch zu mehr Verantwortungsbewusstsein führen.
Viele Schüler, meistens Schülerinnen, überlegen morgens immer ziemlich lange, was sie
anziehen sollen. Durch die Schulkleidung wäre dies Problem auch ein für allemal
beseitigt.
Durch die Schulkleidung gibt es vielleicht weniger Verspätungen, weil man morgens nicht
mehr überlegen muss, was man anziehen soll.
Nach dieser
Argumentation komme ich zum eigentlichen Thema, nämlich, ob das Arbeits- und Lernklima
durch die Schulkleidung positiv beeinflusst wird.
Als erstes
führe ich Kontra Argumente an:
Kein Schüler
kann, nur weil er andere Kleidung trägt, durch die Schulkleidung bessere Arbeiten. Er
sieht zwar von außen anders aus, bleibt aber im Inneren gleich.
Es gibt noch einen anderen Grund, der dagegen spricht. Es können sich nämlich durch die
Schulkleidung zwei Parteien bilden, die eine, die sich für die Schulkleidung einsetzt und
die andere, die dagegen ist. So gibt es ständig Streit und Diskussionen und das wirkt
sich dann auch auf das Lern- und Arbeitsklima nicht unbedingt positiv aus.
Jetzt komme
ich zu den Pro Argumenten:
Die meisten
Leute glauben, dass Schulen mit Schuluniformen brave und disziplinierte Schüler haben.
Das müsste allerdings erst noch bewiesen werden. Doch könnte es eventuell so sein, dass
durch eine einheitliche Schulkleidung eine bessere Disziplin entsteht, dadurch auch eine
bessere Arbeitshaltung, die wiederum zu einer besseren Lernatmosphäre führt. So eine
Schuluniform könnte also gut das Selbst- und Leistungsbewusstsein stärken.
Durch eine Schulkleidung fühlt man sich mehr als Gemeinschaft und hält vielleicht mehr
zusammen und hilft auch einander, so dass eine größere Hilfsbereitschaft das Arbeits-
und Lernklima ebenfalls positiv beeinflussen kann. Und das finde ich genauso wichtig, wenn
nicht noch wichtiger. Aber es gibt noch einen anderen wesentlichen Grund. Wenn z.B. ein
Mädchen mit bauchfreiem Top und Minirock in die Schule kommt, werden Schüler abgelenkt
und können sich, wenn eine Arbeit geschrieben wird, nicht mehr richtig konzentrieren.
Nach diesen
ganzen Argumenten komme ich zu den Schluss, dass das Arbeits- und Lernklima durch die
Schulkleidung positiv beeinflusst wird, obwohl ich glaube, dass es nicht gut wäre, wenn
die Schulkleidung eingeführt wird. Es ist nachvollziehbar, dass das Arbeits- und
Lernklima ein wichtiger Grund für die Schulkleidung ist, dennoch halte ich die Argumente
gegen die Schuluniform- so wie ich sie weiter oben angeführt habe - für gewichtiger. |