| "Schnuppertag":
Neuntklässler erkunden Arbeitsplätze |
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Noch vor dem Betriebspraktikum im 2.Halbjahr
hatten die Neuntklässler am 3.11.04 die Aufgabe, vorab schon einmal für einen Tag ins
richtige Arbeitsleben hineinzuschnuppern. Mal einen Tag kein Mathe oder
Englisch, sondern den eigenen Vater oder einen Bekannten bei seiner Arbeit begleiten,
Beobachtungen notieren und einen Fragebogen ausfüllen, den wir zuvor gemeinsam im
Wirtschaftsunterricht erstellt hatten. Neben einem Erkundungsbericht wurden Wandplakate
erstellt, um die verschiedenen Berufe zu präsentieren. Hier ein paar Auszüge aus drei der
interessanten Erkundungsberichte: Pferdewirtin - Traumberuf vieler Mädchen Als ich am Mittwoch dem 3.11.04 um 8°° Uhr
auf dem Reithof Zucht- Reit und Fahrverein auf der Gethe e.V., dem
Arbeitsplatz, den ich erkunden wollte, ankam, meldete ich mich bei Herrn Dölger, dem
Besitzer des Betriebes. Herr Dölger verwies mich an Cristine Heilmann, die mich
freundlich begrüßte. Sie erklärte mir wie man eine Box ausmistet und mit frischem Stroh
einstreut. Ich half Cristine und mir fiel schon nach kürzester Zeit auf, dass es eine
sehr anstrengende Arbeit ist. Als wir mit den ca. 25 Boxen fertig waren, wurde ich
gefragt, ob ich Lust hätte einige der Schulpferde für die Hausfrauenreitstunde um 10°°
Uhr zu putzen. Gesagt getan, begann ich die Pferde zu putzen. Eins der Pferde war sehr
kitzelig und konnte überhaupt nicht stillstehen. Als ich um 10 Uhr fertig war, gingen wir los,
um die Mutterstuten mit ihren Fohlen auf die Weide zu bringen. Innerhalb der nächsten
beiden Stunden sollte ich erfahren, dass die riesigen, beladenen Schubkarren wesentlich
schwerer sind als sie aussehen und dass es kein Vergnügen ist die ca. 30 Paddocks (Box
mit Außenauslauf) bei Regen zu harken, wenn dabei auch noch das jeweilige Pferd im Weg
steht. Als wir mit der Stallarbeit fertig waren, war
es auch schon 12°° Uhr und Herr Dölger fragte mich, ob ich etwas zu Essen dabei hätte,
worauf ich antwortete, dass meine Mutter mir einiges mitgegeben hätte. Als ich fertig war, machte ich mich auf den
Weg zur Kantine der Reitschule, um von dort aus beim Therapeutischen Reiten in der
Reithalle zuzusehen. Mehrere behinderte Jugendliche wechselten sich ab, auf drei
gutmütigen Ponys zu reiten. Es war interessant zu sehen, wie viel Spaß die Behinderten
mit den Tieren hatten. Um 15°° Uhr war die Mittagspause zu Ende und
wir machten uns auf den Weg die Mutterstuten mit ihren Fohlen wieder von der Weide zu
holen. Das war nicht so leicht, denn besonders eins der Fohlen ist sehr neugierig und
wollte seiner Mutter nicht so recht folgen. Als alle Pferde im Stall waren, half ich noch
einigen Kindern, die ihnen zugewiesenen Ponys für die Reitstunde zu satteln. Um16.30 Uhr war der Arbeitstag beendet. Jetzt
fand ich endlich Zeit, mein eigenes Pferd Samur für eine
Einzelreitstunde bei Frau Dölger fertig zu machen. Der 3.11.04 war ein schöner, aber
anstrengender Tag für mich und eins ist mir klar geworden: Pferdewirtin ist nicht der
richtige Beruf für mich, da es körperlich sehr anstrengend ist. Damit hat sich für mich
der Traum, mein Hobby zum Beruf zu machen, erledigt.
Hinterher erklärte sie mir noch, dass man
schon gerne mit Menschen arbeiten sollte, um diesen Job zu machen, denn manchmal braucht
man wohl ein sehr dickes Fell. Aber das hängt immer von jedem Kundentyp ab.Besonders fiel mir
an dem Vormittag auf, dass das Telefon sehr oft ging, wo die Kunden schnell und freundlich
beraten werden wollen. Dann fiel mir auf, dass die Beleuchtung in dem Büro nicht sehr
hell ist. Somit sieht es von draußen aus, als ob keiner in dem Büro wäre. Insgesamt war
es ein guter und informativer Vormittag.
Meinen Arbeitserkundungstag habe ich am 3.11.04 im Altersheim Haus Wohlbehagen gemacht. Ein Verwandter, Herr Andreas, arbeitet hier als Krankenpfleger und der hat sich an diesem Tag um mich gekümmert. Meine Arbeitszeit ging von 8.00 bis 13.00 Uhr. Nachdem ich um ca. 8.00 Uhr auf der Station 1 angekommen war, wurde ich sofort von Herrn Andreas in ein Krankenzimmer mitgenommen. Ein alter Mann musste von oben bis unten gewaschen werden. Das war für den Pfleger sehr anstrengend, weil der Heimbewohner gar nichts mehr machen konnte (weder konnte er sich bewegen noch konnte er sprechen). Danach musste der Pfleger den Kranken sauber machen, Pampers wechseln, eincremen, Zahnpflege, Bett frisch beziehen und ihn wieder richtig ins Bett legen. Ich durfte beim Betten machen mithelfen. Das war sehr schwierig, aber es klappte ganz gut. Danach wurde noch eine andere Patientin gewaschen. Auch hier durfte ich beim Waschen die sehr alte Frau festhalten, damit sie nicht aus dem Bett fiel. Nach dem Waschen fast aller Heimbewohner wurde das Frühstück verteilt. Das war total hektisch. Jeder lief hin und her, manche schmierten Brote, manche Schwestern fütterten die alten Leute. Einige Patienten saßen im Tagesraum, bekamen einen Schnabelbecher zum Trinken, ein Lätzchen um und Brothäppchen. Nach dem Frühstück wurde alles abgeräumt. Die alten Leute aus dem Tagesraum tippelten ganz langsam zurück in ihre Zimmer, andere wurden im Rollstuhl in ihre Zimmer gefahren. Jetzt erst wurden mir die Kollegen und Kolleginnen vorgestellt. Die waren alle sehr locker und nett. Alle liefen in Straßenkleidung herum. Das fand ich gut. Es sah nicht wie in einem Krankenhaus aus. Jetzt machte jeder unterschiedliche Arbeiten. Einer saß am PC, ein anderer verteilte Medikamente, eine Schwester füllte Formulare aus, andere kümmerten sich um Patienten. Es war sehr turbulent auf der Station. Dann kam der Chef von Haus Wohlbehagen, Herr Kunz. Der führte mich durch das ganze Haus. Er zeigte mir die Krankenzimmer, die Cafeteria, einige Aufenthaltsräume und den Garten. Als wir mit unserem Rundgang fertig waren, brachte mich Herr Kunz zu Schwester Ute. Schwester Ute wollte mit mir und einigen alten Leuten Bingo spielen. Als erstes brachten wir die alten Leute teilweise zu Fuß oder im Rollstuhl hinunter in die Cafeteria und setzten sie um einen großen Tisch. Dann begann das Bingospiel. Schwester Ute las sehr laut die Bingozahlen vor und ich half den Heiminsassen beim Spielen. Die Bewohner hatten viel Spaß dabei. Nach dem Spiel mussten wir die alten Damen und Herren zum Mittagessen wieder in ihr Zimmer bzw. in den Aufenthaltsraum schieben. Für mich war jetzt die Arbeit zu Ende und ich durfte nach Hause gehen. Mir ist aufgefallen, dass der Beruf des Altenpflegers bzw. der Schwester sehr anstrengend ist. Seelisch und körperlich. Man braucht viel Geduld und Zeit für die alten Leute, aber Zeit hatte man leider nicht. Es gab keine Pausen zum Ausruhen, denn die alten Leute brauchten das Personal rund um die Uhr. |